Aktuelle Ausgabe

Durch die Ramsau mit 400 PS


Keine Sorge, die Urlaubsidylle geht in der größten Feriengemeinde der Steiermark nicht verloren, weder bei der Planai Classic, noch bei der Ennstal Classic. Trotzdem sind sie manchmal mit 400 PS unterwegs, die Ramsauer - nämlich mit nahezu 400 Pferden, beim Frühlingsfest.

„Die vielen Ponys haben wir nicht mitgezählt“, lächelt Harald Stocker vlg. Zechmann, Obmann des Pferdezuchtvereins Schladming/Ramsau. Was früher für ein Fuhrwerk unerlässlich war, ist heute als „Freizeitgerät“ zum Wanderreiten, Schlittenfahren, Skijöring und Reiten begehrt. Rund 400 Pferde werden in der Ramsau gezählt, meist Noriker und Haflinger. Vor mehr als 40 Jahren waren es vielleicht einmal eine Hand voll, sieben oder zehn Stück, berichtet Stocker. Am Toitl-Brandstätterhof in Ramsau-Leitn begann nach der Auto- und Allradzeit wieder ein Pferdejahrzehnt. „Der Zechmann“ (Franz Stocker) begeisterte seine bäuerlichen Kollegen zum gemeinsamen Angebot von Pferdeschlittenfahrten. Eigene Routen wurden festgelegt, auf die Einkehrmöglichkeiten nicht vergessen, notwendige Brücken gebaut und ein Pferdeschlitten-Angebot geschnürt. Heute sind die 55 Schlittengespanne eine willkommene Abwechslung im Winter. Die meisten haben ausfahrbare Reserveräder montiert, die bei Schneemangel zum Einsatz kommen. Und mancher Bauer hat auch schon die Sommervariante mit Kutschenfahrten für die Gäste parat. Beim Toitl, dem Pionier der Pferdewirtschaft in Ramsau und beim Zechmann gibt es Reithallen. Da gönnen sich Pferdefreunde aus der näheren oder weiteren Umgebung einmal eine Wander-Reittour, begeistern ihre Kinder für den Reitsport oder wollen einmal die Natur im Sattel erleben. Das traditionelle „Gasslfahren“ ist meist der sportliche Höhepunkt im Winter und bringt von Admont bis in den Enns-Pongau noch immer Zuschauermassen. Die erste Pferdewirtschaft-Tagung des LFZ Raumberg-Gumpenstein ist ein Zeichen, dass die Marke „Dachsteinpferd“ an Stellenwert gewinnt. Die Spitzenergebnisse bei Züchtung und Sport lassen die Zahl der Pferdefreunde steigen. Vor acht Jahrzehnten war das Pferd das einzige Transportmittel in der Ramsau. Ende der 60er Jahre zurückgedrängt, hat es sich bei Jung und Alt seinen Platz zurück erobert, als Freund und Helfer und für die Freizeit.   
W. Halasz




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